Welche Personendaten entstehen bei Copilot?
Mit jeder Nutzung entstehen Daten, die es vorher nicht gab:
- Prompts und Antworten, oft mit Namen, Fällen und internen Details.
- Chatverläufe mit dem Assistenten.
- Meeting-Aufzeichnungen, Transkripte und Zusammenfassungen.
- Von Copilot erstellte Entwürfe und Dokumente.
- Verweise auf die Inhalte, auf die sich Copilot in seinen Antworten stützt.
Was kann Copilot sehen?
Copilot greift auf die Inhalte zu, für die die jeweilige Person berechtigt ist. Das ist richtig so – macht aber sichtbar, was vorher verborgen war: Dokumente, die «für alle in der Organisation» oder «für jeden mit dem Link» geteilt sind, alte Ablagen mit Personal- oder Gesundheitsdaten, vergessene Exporte. Was früher niemand fand, findet Copilot in Sekunden.
Vor der Einführung lohnt es sich deshalb, die Ablagen auf Personendaten zu durchsuchen und zu weit geteilte Inhalte zu bereinigen.
Was verlangt das Datenschutzrecht?
Der EDÖB hat 2023 festgehalten, dass das geltende Datenschutzgesetz direkt auf KI-Anwendungen anwendbar ist. Es gelten die bekannten Grundsätze: Zweckbindung, Verhältnismässigkeit und Transparenz. Daraus folgen konkrete Aufgaben:
- Copilot als Bearbeitung ins Verzeichnis aufnehmen.
- Prompts und Transkripte bei Auskunftsbegehren berücksichtigen.
- Aufbewahrungsfristen für KI-Daten festlegen und durchsetzen.
- Bei hohem Risiko eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen (Art. 22 DSG, Art. 35 DSGVO).
- Die Auftragsbearbeitung durch den Anbieter vertraglich regeln (Art. 9 DSG, Art. 28 DSGVO).
Wie lange dürfen Prompts und Transkripte aufbewahrt werden?
Eine gesetzliche Einheitsfrist gibt es nicht. Massgebend ist der Zweck: Ein Meeting-Transkript, das nur als Gedächtnisstütze dient, wird früher gelöscht als eines, das als Protokoll gilt. Microsoft 365 bietet dafür Aufbewahrungseinstellungen. Entscheidend ist, die Frist festzulegen, umzusetzen – und regelmässig zu prüfen, ob sie eingehalten wird.
Copilot einführen: fünf Schritte
- 1Ablagen in SharePoint, OneDrive und Postfächern auf Personendaten durchsuchen.
- 2Zu weit geteilte Inhalte bereinigen.
- 3Copilot als KI-System verzeichnen und einstufen.
- 4Fristen für Prompts und Transkripte festlegen.
- 5Regelmässig prüfen, ob Fristen und Zusagen eingehalten werden.