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Espresso Data Privacy

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Personendaten finden – in Dateien, Datenbanken und Microsoft 365

Personendaten (in der EU: personenbezogene Daten) sind alle Angaben, die sich auf eine bestimmte oder bestimmbare Person beziehen. Sie zu finden heisst, systematisch festzustellen, in welchen Ablagen, Datenbanken und Diensten solche Angaben liegen – als Grundlage für Verzeichnis, Auskunft und Löschung.

Warum muss ein Unternehmen wissen, wo Personendaten liegen?

Fast jede Pflicht aus dem Datenschutzrecht setzt dieses Wissen voraus. Das Verzeichnis der Bearbeitungstätigkeiten (Art. 12 DSG, Art. 30 DSGVO) beschreibt, welche Daten wo bearbeitet werden. Eine Auskunft (Art. 25 DSG, Art. 15 DSGVO) muss alle Daten einer Person umfassen. Und Personendaten sind zu löschen oder zu anonymisieren, sobald sie für den Zweck nicht mehr erforderlich sind (Art. 6 Abs. 4 DSG, Art. 5 Abs. 1 lit. e DSGVO).

Wer nur die bekannten Systeme betrachtet, übersieht Kopien, Exporte und alte Ablagen. Genau dort liegen oft die heikelsten Daten – und die grössten Risiken bei einer Datenschutzverletzung.

Wo liegen Personendaten typischerweise?

In gewachsenen IT-Landschaften liegen Personendaten nicht nur in den Fachanwendungen:

  • Fachanwendungen und ihre Datenbanken, etwa für Kunden, Verträge, Personal oder Fälle.
  • Dateiablagen mit Exporten, Listen, Tabellen und gescannten Dokumenten.
  • Postfächer, in denen Unterlagen als Anhang hin- und hergehen.
  • SharePoint, OneDrive und Teams – oft breiter geteilt als beabsichtigt.
  • Test- und Analyseumgebungen mit Kopien produktiver Daten.
  • KI-Dienste: Prompts, Chatverläufe und Meeting-Transkripte.

Welche Angaben gelten als Personendaten?

Personendaten sind nicht nur Namen. Auch Kennungen, über die sich eine Person bestimmen lässt, gehören dazu. Eine Übersicht:

Art Beispiele
Kennungen AHV-Nummer, IBAN, Ausweis-, Versicherten-, Kunden- und Policennummer
Person und Kontakt Name, Adresse, Geburtsdatum, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Personalnummer
Besonders schützenswert (Art. 5 lit. c DSG) Gesundheit, religiöse, weltanschauliche oder politische Ansichten, Gewerkschaft, Intimsphäre, Ethnie, genetische Daten, biometrische Daten zur eindeutigen Identifizierung, verwaltungs- und strafrechtliche Verfolgungen und Sanktionen, Massnahmen der sozialen Hilfe

Die DSGVO kennt eine ähnliche Liste als «besondere Kategorien personenbezogener Daten» (Art. 9 DSGVO).

Wie findet man Personendaten zuverlässig?

Zuverlässig wird die Suche erst durch eine Kombination von Verfahren. Regeln erkennen Kennungen mit festem Aufbau, etwa die AHV-Nummer oder eine IBAN. Eine Erkennung für freien Text findet Namen und Adressen. Texterkennung macht gescannte Dokumente durchsuchbar. Eigene Suchmuster ergänzen, was nur im eigenen Unternehmen vorkommt, zum Beispiel Kunden- oder Vertragsnummern.

Ebenso wichtig ist der Umgang mit den Ergebnissen: Fehlalarme müssen sich dauerhaft unterdrücken lassen, und wiederholte Suchläufe sollten zeigen, was neu dazugekommen und was verschwunden ist. Und weil die Suche die Inhalte liest, gehört sie in die eigene Umgebung – die Daten sollten dafür das Haus nicht verlassen.

Data Discovery: was ein Scanner leisten muss

Werkzeuge für Data Discovery und Klassifizierung gibt es viele. Für den Datenschutz zählen vor allem diese Punkte:

  • Breite der Quellen: Ablagen, Datenbanken und Microsoft 365, nicht nur ein einzelnes System.
  • Schweizer und europäische Kennungen, nicht nur amerikanische.
  • Nur lesen: In den Quellen wird nichts verändert.
  • Funde speichern, nicht die Inhalte.
  • Funde bestätigen oder als Fehlalarm unterdrücken – und die Entscheidung beim nächsten Lauf beibehalten.
  • Funde weiterverwenden: für das Verzeichnis, für Auskünfte und für die Löschung.

So unterstützt Espresso

Data Discovery sucht in Ihrer Umgebung nach Personendaten und gibt die Funde an die anderen Module weiter.

  • Breite Quellen

    Dateiablagen, PostgreSQL, MySQL und MariaDB, Microsoft SQL Server, Microsoft 365 mit Copilot und gespeicherte Daten aus der Nutzung von Claude.

  • Schweizer und europäische Kennungen

    AHV-Nummer, IBAN, nationale Sozialversicherungs-, Steuer- oder Personennummern aus acht europäischen Ländern, dazu Namen und Adressen per lokaler Erkennung in freiem Text.

  • Vom Fund zur Massnahme

    Funde bestätigen, Fehlalarme unterdrücken, Läufe vergleichen und Massnahmen mit Fristen verfolgen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Personendaten und personenbezogenen Daten?

Es gibt keinen. Das Schweizer DSG spricht von Personendaten, die DSGVO von personenbezogenen Daten. Gemeint sind in beiden Fällen Angaben über eine bestimmte oder bestimmbare natürliche Person (Art. 5 lit. a DSG, Art. 4 Nr. 1 DSGVO).

Reicht eine Umfrage bei den Fachbereichen?

Sie zeigt, was die Fachbereiche wissen. Kopien, Exporte und alte Ablagen kennt oft niemand mehr. Eine technische Suche ergänzt die Umfrage um das, was tatsächlich gespeichert ist.

Wie oft sollte gesucht werden?

Regelmässig, weil laufend neue Daten entstehen. Aufschlussreich ist vor allem der Vergleich: was seit dem letzten Lauf neu dazugekommen und was verschwunden ist.

Müssen die Daten für die Suche das Unternehmen verlassen?

Nein. Data Discovery läuft in Ihrer Umgebung und liest die Quellen dort. Gespeichert werden Fundort und maskierte Treffer in Ihrer Datenbank, nicht die Inhalte der Quellen.

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